Sieg im Kellerduell
Mit 21:13 (15:13) siegen die Adler aus Kiel gegen den Tabellenletzten HRC in Hamburg und entscheiden damit das Kellerduell für sich.Die Vorzeichen deuteten auf Kampf und Spannung. Die Kieler hatten nur einem Sieg aus vierzehn Spielen auf dem Konto. Die Hamburger lagen vor der Partie nur einen Punkt hinter den Kielern auf dem letzten Tabellenplatz. Der einzige Sieg der Kieler datierte zudem aus der Hinrunde, gegen eben jenen Hamburger RC. Und auch damals war das Spiel an Spannung kaum zu überbieten (Endergebnis 6:5).
Beim Aufsteiger, der zuvor zwei heftige Niederlagen gegen die SG Odin/Döhren und Potsdam kassierte, zeigte die Leistungskurve nach dem Germania-Spiel wieder leicht nach oben. Der HRC allerdings präsentierte sich zuvor dank ihres neuen (und Kiels alten) Trainer Hendrikus Wentzel mit einem neuen Gesicht im Abstiegskampf und verbuchte in den vorherigen Partien jeweils nur knappe Niederlagen gegen auf dem Papier deutlich überlegene Gegner. Für den unbeteiligten Dritten hatten also die Hamburger die Favoritenrolle übernommen.
Und ähnlich begann die Partie. Die Hamburger agierten auf eigenem Platz sofort druckvoll und schnürten die Gäste in ihrer Hälfte ein. Nach einem frühen Straftritt stand es 3:0 für den HRC und schon nach zehn Minuten gelang den Hausherren der erste Versuch durch ihre starke Nr. 10, welcher aber nicht erhöht werden konnte. In der ersten Viertelstunde war vom Aufsteiger nichts zu sehen. Dann zeigten die Adler aber endlich ihren lang vermissten Siegeswillen. Die erste gefährliche Offensivaktion in der gegnerischen Hälfte führte zu einem Straftritt für die Gäste, welchen Verbinder Simon Kelly mustergültig zum Anschluss verwandelte. Dann gelang Center Leopold „Poldi“ von Thun aus der eigenen Hälfte ein unwiderstehlicher Durchbruch, welcher nur kurz hinter der 22m-Linie und somit unweit des Hamburger Malfeldes gestoppt werden konnte. Der Ball ging im Anschluss über Spielertrainer Philipp „Pheudel“ Schmidt auf Hakler Christian Droll, der den Ball an der Außenlinie ins Malfeld zum ersten Kieler Versuch trug. Die Erhöhung misslang, es stand 8:8 Unentschieden. Jetzt kamen die Kieler ins Spiel, zeigten ihre Dominanz in den Gedrängen und den Rucks und ließen dem gefährlichen Hamburger Verbinder dank druckvoller Verteidigung nur wenig Freiraum. Simon Kelly erwischte darüber hinaus einen perfekten Tag und zeigte seine alte Form. Immer wieder schaltete er seine Hintermannschaft gut in den Angriff ein. Nach einem kurzen Überkick über die Hamburger Verteidigung musste sich Außendreiviertel Matt Carter nur noch auf den Ball werfen zum nächsten Kieler Versuch. Und diesmal glückte auch die Erhöhung zum 15:8.
Gelang der erste Kieler Versuch wie aus dem Nichts, waren es nun die Hamburger, die trotz Kieler Überlegenheit zu ihrem zweiten Malfeldeinlauf kamen. Nach misslungener Erhöhung stand es zur Halbzeit 15:13 aus Sicht der Kieler.
Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer Abstiegskampf pur. Beide Mannschaften spielten zunächst gleichauf mit leichten Vorteilen für die Kieler, die wieder durch Simon Kelly per Straftritt zu ihren nächsten Punkten kamen. Der HRC kam aber wieder ins Spiel und drängte auf den Anschluss. Der eingewechselte Hamburger Andre Dorcelien brachte dabei ein ums andere Mal die Kieler Verteidigung in arge Bedrängnis. Die Gäste schienen aber den Wettergott auf ihrer Seite zu haben. Einsetzender Platzregen machte das Spielgerät rutschig, so dass die Hamburger Dreiviertel mehrfach gute Einlaufchancen durch Handlingfehler verpasste. Den Kielern gelang immer wieder die Befreiung durch weite Kicks und vor allem der Sturm zeigte eine enorm starke Leistung in den Gedrängen. Mehrfach konnten gegnerische Scrums weit zurückgeschoben werden.
Die Entscheidung fiel kurz vor Schluss. Nachdem Simon Kelly bereits ein mal aus weiter Distanz beim Kick zum Goal scheiterte, machte er in der 75. Minute alles klar und verwandelte seinen dritten Straftritt zur 21:13 Führung. Auch mit einem erhöhten Versuch hätte die Hamburger die Partie nicht mehr drehen können. Dennoch mussten die Gäste in der Folge nochmal all ihre Kräfte mobilisieren, um die wütenden Läufe der Hanseaten aufs Mal zu entschärfen.
Nach Abpfiff durch den gut leitenden Schiedsrichter Thorsten Weise gab es nur noch grenzenlosen Jubel auf Kieler Seite, und hängende Köpfe bei den tapfer kämpfenden Hamburgern.
„Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Heute haben alle hundert Prozent gegeben und sich trotz Rückstand wieder in die Partie hineingebissen. Wenn wir weiterhin so engagiert auftreten, bin ich mir sicher, dass das nicht unser letzter Sieg in der Saison gewesen ist“, so Coach Schmidt nach der Partie
Die Kieler liegen jetzt mit 8 Punkten nur noch 4 Punkte hinter dem vom BRC belegten Nichtabstiegsplatz. Und auch der vorletzte Tabellenplatz könnte beim derzeitigen Stand in der 1. Liga (kein Absteiger in die 2. BL Nord) zum Klassenerhalt reichen.













